VEKA AG bricht mit einer jahrzehntelangen Branchentradition: Der Sendenhorster Fensterprofilhersteller spricht seit Sommer 2025 erstmals Endverbraucher direkt an. Die Kampagne „Wenn, dann VEKA" rollt das Unternehmen jetzt gezielt in europäische Exportmärkte aus, um die internationale Markenbekanntschaft im Kerngeschäft zu stärken. In der ersten Phase erreichte die Kampagne über 310 Millionen Impressionen – ein Wert, der zeigt, dass VEKA den digitalen Kaufprozess ernster nimmt als viele Wettbewerber.
Warum ein B2B-Zulieferer plötzlich Endkunden anspricht
Bis vor einem Jahr unterstützte VEKA fast ausschließlich seine Partnerunternehmen in deren Kundenkommunikation. „Aber Markt- und Kaufprozesse haben sich grundlegend verändert. Digitalisierung und Baukrise machen die Fensterauswahl und Informationsbeschaffung digitaler, früher und deutlich wettbewerbsintensiver", erklärt Jürgen Herbe, Leiter Kommunikation & Marketing bei VEKA AG. Das Unternehmen beschreitet deshalb neues Terrain und adressiert erstmals direkt Endverbraucher, um den Entscheidungsprozess aktiv mitzugestalten.
Die Strategie reagiert auf eine strukturelle Veränderung: Bauherren und Modernisierer recherchieren heute online, bevor sie überhaupt einen Fensterbauer kontaktieren. Wer in dieser Phase nicht als Marke präsent ist, fällt aus dem Entscheidungsset. VEKA positioniert sich damit als einer der wenigen Profilhersteller, die das Problem nicht nur erkennen, sondern systematisch angehen.
Von „Holger" zu „Hugo": Lokalisierung mit Prinzip
Im Kern der Kampagne steht ein Charakter, der das Thema Fenster bewusst anders angeht. In Deutschland übernimmt diese Rolle „Holger", ein leidenschaftlicher Fensterphilosoph und Botschafter für VEKAs Qualitätsversprechen. Er vermittelt über Kurzvideos und digitale Formate die Bedeutung hochwertiger Fensterprofile im Alltag. Die Inhalte werden über digitale Kanäle, Social Media und klassische Medien verbreitet.
Für internationale Märkte wird das Konzept jetzt systematisch lokalisiert. Die Inhalte werden übersetzt und an kulturelle Nuancen angepasst, die Markenbotschaft bleibt unverändert. Dieses Prinzip verbindet konsequente Markenführung mit einer lokalen, zielgruppengerechten Ansprache. In Belgien tritt der Kampagnencharakter beispielsweise als „Hugo" auf – sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch. Auch in der Schweiz und Italien wird das Konzept mit kulturellen Feinheiten etabliert. Die Geschichten bleiben nah am Alltag der Zielgruppe und stellen die Qualität von VEKA-Profilen in den Mittelpunkt.
Auszeichnung und Co-Branding-Strategie
Die Wirksamkeit der Kampagne wurde extern anerkannt: Im Juni 2026 wurde „Wenn, dann VEKA" mit dem Marketing-Award des deutschen VFF (Verband Fenster + Fassade) ausgezeichnet. Die Jury würdigte besonders die Entscheidung des Unternehmens, die Kommunikationsstrategie eines traditionell B2B-fokussierten Geschäftsmodells bewusst um eine Endkundenperspektive zu erweitern. „Das ist moderne, konsequente und branchenrelevante Marketing-Kommunikation im besten Sinne", fasst VFF-Geschäftsführer Frank Lange die Bewertung der Jury zusammen.
Gleichzeitig betont die Kampagne die konsequente Einbindung der VEKA-Partnerunternehmen. Über Co-Branding und digitale Tools lässt sich die Kampagne anpassen und in konkrete Verkaufsaktivitäten für VEKA-Partner übersetzen. Das schafft durchgängige Kommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette – ein Punkt, der gerade in der Fensterbaubranche oft vernachlässigt wird.
Was die Strategie für Fensterbauer bedeutet
Für Partnerbetriebe von VEKA bedeutet die Kampagne zweierlei: Einerseits baut der Profilhersteller eine Markenbekanntheit auf, die Fensterbauer als Verkaufsargument nutzen können. Wer ein VEKA-Profil verbaut, kann auf eine kommunikativ gestützte Marke verweisen, die bereits im Kopf des Kunden verankert ist. Andererseits verschiebt sich die Machtbalance in der Wertschöpfungskette leicht. Ein Zulieferer, der direkt zum Endkunden durchdringt, kann langfristig mehr Einfluss auf Produktwahl und Preisgestaltung nehmen.
Die Co-Branding-Tools, die VEKA zur Verfügung stellt, sollen diesen Spagat auflösen: Fensterbauer können die Kampagneninhalte lokal adaptieren, mit eigenem Logo versehen und für eigene Verkaufsaktivitäten nutzen. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Partner die Tools auch tatsächlich einsetzen – und dafür braucht es digitale Kompetenz und Bereitschaft, die eigene Kommunikation zu professionalisieren.
Nächste Schritte und Ausblick
Mit der Expansion in weitere Exportmärkte verfolgt VEKA ein klares Ziel: die Markenbekanntheit europaweit zu steigern und zusätzliche Nachfrage im Endkundensegment zu erzeugen. Pläne für die Fortsetzung der Kampagne liegen bereits vor. Ab Sommer 2026 werden neue Inhalte und Formate produziert und anschließend in relevanten Märkten ausgerollt.
„Wir werden unsere Kommunikationsbemühungen fortsetzen, unsere digitalen Services ausbauen und das Co-Branding-Modell weiterentwickeln. Unser Ziel bleibt klar: gemeinsam mit unseren Partnern VEKA dauerhaft als erste Wahl für Verbraucher beim Thema Fenster zu etablieren und damit unsere starke Marktposition weiter zu festigen", schließt Josef L. Beckhoff, Vorstandsdirektor für Vertrieb & Marketing bei VEKA AG.
Die Kampagne zeigt, wie sich ein klassischer B2B-Zulieferer in einem schwierigen Marktumfeld neu aufstellt. Während viele Hersteller in der Baukrise defensiv agieren, investiert VEKA offensiv in Markenaufbau und digitale Kundenansprache. Ob das Modell Schule macht, hängt auch davon ab, ob andere Profilhersteller wie Kömmerling, Aluplast oder Rehau nachziehen – und ob die Fensterbaubetriebe das Co-Branding-Angebot wirklich als Chance oder als Konkurrenz wahrnehmen.
Weitere Informationen zur Kampagne auf der VEKA-Website.

