Der Schweizer Fenster- und Türenhersteller EgoKiefer erweitert sein Sortiment im Bereich Schiebetüren. Der Ausbau richtet sich an veränderte Anforderungen im Wohnungsbau, wo platzsparende Lösungen zunehmend gefragt sind. Besonders Hebe-Schiebe-Türen gewinnen in urbanen Neubauprojekten an Bedeutung, weil sie großflächige Verglasungen ohne Schwenkradius ermöglichen.
Die Sortimentserweiterung bei EgoKiefer fällt in eine Phase, in der Architekten verstärkt auf fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum setzen. Schiebetüren ersetzen klassische Dreh-Kipp-Elemente dort, wo geringe Raumtiefen oder barrierefreie Bodenschwellen gefordert sind. Das Segment zeigt laut Branchenbeobachtern zweistellige Wachstumsraten im DACH-Raum – getrieben durch verdichteten Wohnungsbau und Sanierungsprojekte mit Fokus auf Wohnflächenoptimierung.
Gleichzeitig rückt die Kreislaufwirtschaft im Fenster- und Türenbau in den Fokus. Schiebetüren-Systeme stellen besondere Anforderungen an Rücknahme und Recycling: Die Kombination aus Rahmenprofilen, Beschlagtechnik und großformatigen Verglasungen erfordert sortenreine Trennung. Hersteller wie EgoKiefer müssen bei der Produktentwicklung zunehmend die EU-Ökodesign-Verordnung berücksichtigen, die ab 2026 verschärfte Anforderungen an Rezyklierbarkeit und Materialherkunft stellt.
Im Schweizer Markt spielt zudem das Gebäudeprogramm eine Rolle: Fördermittel gibt es vorrangig für Elemente mit niedrigem Wärmedurchgangskoeffizient und hohem Glasanteil. Schiebetüren mit Dreifachverglasung erfüllen diese Kriterien oft besser als konventionelle Türlösungen. Die Herausforderung liegt in der Abdichtung und Wärmebrückenminimierung bei beweglichen Großelementen.
Parallel investieren Wettbewerber wie Schüco und Internorm ebenfalls in Schiebetür-Technologien. Der Fokus liegt auf schlanken Profilen, reduzierten Ansichtsbreiten und integrierten Sonnenschutzlösungen. Branchenexperten erwarten, dass das Segment in den nächsten drei Jahren überproportional wächst – vorausgesetzt, Hersteller lösen die Herausforderungen in Beschlagtechnik, Langlebigkeit und End-of-Life-Strategien.
Für Verarbeiter bedeutet die Sortimentserweiterung neue Anforderungen an Montage und Beratung. Anders als bei Standard-Dreh-Kipp-Fenstern erfordern Schiebetüren präzise Ausrichtung, spezielle Abdichtkonzepte und regelmäßige Wartung der Laufschienen. Die Nachfrage nach Schulungen zu Montage und Instandhaltung steigt entsprechend. Zudem rücken Themen wie barrierefreie Türschwellen und integrierte Insektenschutzlösungen in den Vordergrund – beides Faktoren, die den Planungsaufwand erhöhen.